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Blockchain

Von Hermanni Katharina

Blockchain & Immobilien - die digitale Revolution der Eigentumsverwaltung?

Interview – Die Blockchain und ihre Auswirkungen auf die Immobilienbranche

Aktuell ist die Blockchain-Technologie im Zusammenhang mit Kryptowährungen in aller Munde. Doch neben der Handel- und Finanzwirtschaft, könnte sich diese auch auf die Immobilienbranche auswirken. Katharina von Hermanni ist Partnerin der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft im Bereich Immobilienrecht und sieht gerade bei internationalen Immobilientransaktionen Chancen durch die neue Technologie.

Frau von Hermanni, was ist das besondere an der Blockchain-Technologie?

Katharina von Hermanni: Bei der Blockchain-Technologie werden alle Daten dezentral verwaltet und gespeichert sowie linear verkettet. Mithilfe der Blockchain-Technologie können unter anderem Buchführungssysteme installiert werden, die zu jeder Zeit transparent und stimmig sind – ohne dass es dazu einer vertrauenswürdigen Verwaltungsstelle bedarf.

In welcher Form könnte sich die Blockchain-Technologie in der Immobilienbranche etablieren?

Katharina von Hermanni: Der bürokratische Standard, der in Deutschland im Bezug auf Immobilieneigentum mit dem Grundbuch seit Jahrzehnten herrscht, kann leider nicht überall auf der Welt angetroffen werden. Die meisten Staaten - darunter auch die USA und viele europäische Länder - verfügen nicht über ein verlässliches Register dieser Art. Das hat zur Folge, dass Eigentumsverhältnisse an Grundstücken oftmals nicht zweifelsfrei oder nur durch eine aufwendige Dokumentation mittels zahlreicher Urkunden belegt werden können. Die Blockchain-Technologie könnte die Lösung für dieses Problem sein. Die Nutzung dieser Technologie zur Verwaltung von Grundeigentum würde ein hohes Maß an Sicherheit garantieren und könnte vielen Staaten erstmals eine detaillierte Dokumentation der Eigentumsverhältnisse an nationalem Grund und Boden ermöglichen.

Welche Auswirkungen hätte das für die Immobilienbranche?

Katharina von Hermanni: Es wäre ein großer Vorteil für alle - aber vor allem internationale - Investoren, die sich beim Erwerb von Immobilien im Ausland endlich auf ein aussagekräftiges Eigentumsregister verlassen könnten.

Doch die Auswirkungen könnten noch viel weitreichender sein. Durch die stetig voranschreitende Globalisierung haben sich die Finanzwirtschaft und der Handel mit Gütern im allgemeinen entscheidend verändert. Auch die Immobilienbranche ist von dieser Entwicklung nicht ausgenommen. In den letzten Jahren hat die Anzahl von international geprägten Transaktionen stark zugenommen. Allerdings wird das weltweite Immobilientransaktionsgeschäft nach wie vor von unterschiedlichsten rechtlichen und regulatorischen Besonderheiten jedes einzelnen Staates im Zusammenhang mit dem Erwerb von inländischen Immobilien gehemmt. Diese fehlende Einheitlichkeit wäre jedoch wünschenswert, damit vor allem Immobilientransaktionen mit Auslandsbezug in Zukunft noch reibungsloser ablaufen. Das könnte durch einen - womöglich sogar staatenübergreifendenden - Einsatz der Blockchain-Technologie bei der Verwaltung von Immobilieneigentum erreicht werden.

Hat das klassische Grundbuch dann ausgedient?

Katharina von Hermanni: Wenn Immobilienregister zukünftig staatenübergreifend organisiert werden, müsste das Grundbuch zumindest hinterfragt werden. Bisher verfügt Deutschland mit dem Grundbuch über ein etabliertes und bewährtes Verwaltungsinstrument, das beispielhaft ist und um das uns viele Nationen beneiden. Langfristig könnte man jedoch dazu angehalten sein, das System ebenfalls auf die Blockchain-Technologie umzustellen, um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu sein und sich der Globalisierung nicht zu verschließen. Solange es diese international einheitliche Umsetzung aber nicht gibt, wird eine Reform des Grundbuchwesens nicht zur Diskussion stehen. Auf lange Sicht wäre ein globales Register aber wünschenswert.

Dass all diese Gedanken keine reine Fiktion sind, beweist die Tatsache, dass die schwedische Vermessungsbehörde bereits prüft, ob die Blockchain-Technologie bei der Eintragung von Immobiliengeschäften zum Einsatz kommen kann. Auch in unserem neuen Koalitionsvertrag wird der Einsatz der Blockchain-Technologie in der öffentlichen Verwaltung bereits in Aussicht gestellt. Es bleibt also spannend!


 

Kontakt

Katharina von Hermanni
Rechtsanwältin, Partnerin

Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Karlstraße 10-12
80333 München

Telefon +49 89 23714 17384
katharina.von.hermanni(at)luther-lawfirm.com